Professionelles Webdesign aus Wien

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Webfarben und die Farben im Web

30. Oktober 2014
geschrieben von  Ing. Stefan Polzer
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Webfarben und die Farben im Web

Um es gleich vorweg zu nehmen: Das Thema „Webfarben“ bzw. Farben im Web ist kein einfaches. Webseiten werden auf den unterschiedlichsten Geräten angezeigt, jeder dieser Geräte, sei es nun ein Smartphone, ein Tablett oder ein Office Monitor, ist anders und so ist es im Web schwerer Farben auf jedem Monitor gleich darzustellen.

Webfarben und der sRGB Farbraum

Wenn Sie eine Webseite betrachten, besteht diese aus mehreren Elementen. Zum einen aus Text und Bildern, zum andern aus dem Layout das eine Webseite erst ausmacht. Das Layout besteht wiederum zum größten Teil aus sogenannten CSS Anweisungen, die der Browser dann zu einer Webseite zusammenfasst. Alle Farben die nicht durch ein Bild dargestellt werden, werden in den CSS Anweisungen als Webfarben ausgedrückt, mehr dazu auch unter Professionelles Webdesign. Webfarben sind Farben innerhalb des sRGB Farbraums, das “s“ steht dabei für Standard und RGB für Rot-Grün-Blau, den Primärfarben digitaler Aufnahme- und Wiedergabegeräte. Bilder im Web sind meist auch im sRGB Farbraum definiert, können aber auch andere Farbräume haben. Ein Farbraum beschreibt all jene Farben, die ein Gerät aufnehmen oder darstellen kann. Der sRGB Farbraum ist ein Normfarbraum und wurde 1996 entwickelt, um all jene Farben zu beschreiben die ein durchschnittlicher Monitor darstellen kann.

Mehr Farben im Web

Wenn man so will ist der sRGB Farbraum der kleinste gemeinsame Nenner. Das menschliche Auge kann viel mehr Farben interpretieren als im sRGB Farbraum beschrieben sind. Auch moderne digitale Geräte wie Kameras oder Scanner, aber auch Monitore die bei Grafikern zur Anwendung kommen, können viel mehr Farben anzeigen bzw. aufnehmen. Daher gibt es weitere Farbräume wie z.B. den Adobe RGB oder den ProPhoto Farbraum, um nur einige zu nennen. Diese Farbräume können derzeit im Web nicht verwendet werden, mit Ausnahme bei Bildern.

Webfarben und Bilder richtig mit Farbmanagement darstellen

Um Bilder mit erweiterten Farbräumen richtig darzustellen, braucht man also ein Display das mindestens den entsprechenden Farbraum den man darstellen möchte, unterstützt, sowie ein Farbmanagement. Wenn ich zum Beispiel sage, ich möchte im sRGB Farbraum 100% Rot darstellen, so ist das im Adobe Farbraum nur noch ca. 85% Rot, aber für das menschliche Auge exakt dasselbe. Farbmanagement sorgt dafür, dass Farben richtig dargestellt werden. Habe ich kein Farbmanagement werden Bilder falsch dargestellt.

Der Browser Farbmanagement-Test

Um zu überprüfen ob ihr Browser Farbmanagement aktiviert hat, habe ich folgendes Bild für Sie erstellt.

sRGB Bild im Whacked RGB Farbraum
sRGB Bild im sRGB Farbraum
sRGB Bild im ProPhoto Farbraum
sRGB Bild im sRGB ICC v4 Farbraum
sRGB Bild ohne Farbprofil
ProPhoto Bild im ProPhoto Farbraum

Wenn das Bild gleichförmig aussieht, dann interpretiert ihr Browser die Farbprofile der Bilder richtig.

Einen noch ausführlicheren Test, beziehungsweise weitere Informationen warum das Bild ggf. nicht richtig dargestellt wird, finden Sie unter meinem ICC Farbprofil Test für Browser.

Webfarben und die Farbverbindlichkeit

Nur weil die Farben in Bildern von einem Browser richtig interpretiert werden, heißt es noch nicht, dass sie richtig dargestellt werden. Dafür muss auch das Farbprofil des Monitors berücksichtigt werden. Das Farbprofil eines Monitors, auch ICC Monitor Profil genannt, beschreibt den Farbraum den ein Monitor darstellen kann. Bei den meisten Monitoren wird dies das sRGB Profil, oder eines vom Hersteller gelieferten Farbprofil sein. Für Anwendungen die nicht farbkritisch sind, reicht das auch völlig aus. Doch wenn man die Farben farbverbindlich darstellen möchte, muss man noch einen Schritt weiter gehen.

Kalibration und Profilierung von Monitoren

Wenn sie Bilder und Farben im Web farbverbindlich darstellen wollen, ist es notwendig auch den Monitor zu kalibrieren. Dafür benötigt man aber entsprechende Hardware, die je nach Leistungsumfang eine gewisse Investition darstellt. Als Normalanwender im Internet ist das meist aber nicht notwendig, daher die meisten Consumer Monitore auch nicht viel mehr als den sRGB Farbraum darstellen können. Wenn Sie aber ein Hobbyfotograf oder Grafikdesigner sind, dann ist die Anschaffung eines besseren Monitors, sowie die entsprechende Hardware zur Kalibrierung mitunter eine sinnvolle Überlegung.

Fazit zu den Farben im Web

Wie eingangs erwähnt, sind Farben im Web keine leichte Sache. Farbverbindlichkeit ist nur auf kalibrierten Monitoren möglich. Je größer der Farbraum eines Monitors ist, desto mehr Farben kann er anzeigen, auch im Web. Bilder mit einem größeren Farbraum können aber teilweise auch vom Browser richtig dargestellt werden. Mehr Details was die unterschiedlichen Browser können, finden sie im ICC Farbprofil Test für Browser.

Ing. Stefan Polzer

Ing. Stefan Polzer

Webdesigner & Trainer

Seit 2001 im Bereich der Informatik tätig. Derzeit selbständiger Webdesigner. Die größte Leidenschaft ist es, dass eigene Wissen an andere weiterzugeben.

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